{"id":26,"date":"2021-02-04T15:19:53","date_gmt":"2021-02-04T15:19:53","guid":{"rendered":"http:\/\/galerie-auslage.de\/burdensomerichness\/\/?p=26"},"modified":"2021-05-01T09:39:02","modified_gmt":"2021-05-01T09:39:02","slug":"info","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/galerie-auslage.de\/burdensomerichness\/info\/","title":{"rendered":"Unabh\u00e4ngige K\u00fcnstler*innen<br>im Berlin der 1980er Jahre und heute"},"content":{"rendered":"<p><br><br>Berlin steht seit Jahrzehnten f\u00fcr das Versprechen eines freien, von k\u00fcnstlerischer Ambition gepr\u00e4gten Lebens.<br><br>\r\nSeit Ende der 1970er Jahre gab es sowohl in West- als auch in Ost-Berlin eine Vielzahl von unabh\u00e4ngigen K\u00fcnstler*innen, die erfolgreich ihr Schaffen vorantrieben und sich \u2013 manchmal mitten im Kunstbetrieb, manchmal an seinen R\u00e4ndern \u2013 kreative Freir\u00e4ume erk\u00e4mpften. Einige konnten sich international erfolgreich etablieren, andere zeichneten sich durch eine dauerhafte Verortung in der Subkultur aus. <\/p>\r\n<p>In 2021 scheint Berlin \u2013 oder die Idee Berlins \u2013 einer der wenigen M\u00f6glichkeitsr\u00e4ume zu bleiben f\u00fcr K\u00fcnstler*innen aus Orten, an denen kreativer und kritischer Ausdruck kaum oder nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich ist bzw. es kaum Perspektiven f\u00fcr alternative Lebensentw\u00fcrfe gibt.<\/p>\r\n<p>Diese zwei, zeitlich getrennten Bewegungen untersucht <em>Galerie Auslage<\/em> mit ihrem Programm. In einer Reihe von Ausstellungen, Screenings, Gespr\u00e4chen und Workshops treffen K\u00fcnstler*innen, die erst k\u00fcrzlich in Berlin eingetroffen sind, auf K\u00fcnstlerinnen, die hier in den 1970er\/1980er Jahren ihre k\u00fcnstlerische Laufbahn begonnen hatten. Das (Wieder-)Sichtbarmachen dieser speziellen Seite der Berliner (Sub-)Kultur soll Anregung und Inspiration sein \u2013 und dabei keinesfalls nur von damals nach heute strahlen. Im Zusammentreffen der Generationen werden Br\u00fcche und Kontinuit\u00e4ten ausgelotet und unterschiedliche k\u00fcnstlerische Lebensentw\u00fcrfe pr\u00e4sentiert und gepr\u00fcft.<\/p>\r\n<p>Neben Fenstern mit Werken der K\u00fcnstlerinnen aus den 1980er Jahren werden Leman Sevda Dar\u0131c\u0131o\u011flu, P\u0131nar \u00d6\u011frenci und Maria Kassab neue Arbeiten entwickeln, die im Schaufenster der <em>Galerie Auslage<\/em> pr\u00e4sentiert werden. Die Wahl des Schaufensters als Ausstellungsfl\u00e4che er\u00f6ffnet auch bei etwaig fortgesetzten Covid19-Auflagen M\u00f6glichkeiten des Besichtigens und der Begegnung.<\/p>\r\n<\/br><\/br><hr><\/br><\/br>\r\n<p>Der beschwerliche Reichtum &#8211;<br>\r\nUnabh\u00e4ngige K\u00fcnstler*innen im Berlin der 1980er Jahre und heute<br>\r\n<\/br><\/br>\r\nLeman Sevda Dar\u0131c\u0131o\u011flu \u2014 Hanna Frenzel \u2014 Anne Jud \u2014 Maria Kassab \u2014 K\u00e4the Kruse \u2014 Erin Honeycutt \u2014 P\u0131nar \u00d6\u011frenci \u2014 Elisa R. Linn \u2014 Ulrike Ottinger \u2014 Gabriele St\u00f6tzer<\/br><\/br>\r\nKuratiert von Alexandra Weltz-Rombach\r\n<\/br><\/br>\r\nGesamtzeitraum: 09. April 2021 \u2014 26. September 2021<br>\r\n<\/br><\/br>\r\nGalerie Auslage, P\u00fccklerstra\u00dfe 17, 10997 Berlin<br>\r\n<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/galerie_auslage\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.instagram.com\/galerie_auslage\/<\/a><\/p>\r\n<\/br><\/br><hr><\/br><\/br>\r\n<p>Zu den K\u00fcnstlerinnen (in chronologischer Reihenfolge):<\/p>\r\n<p>Eine Auswahl von Hanna Frenzels Arbeiten haben wir im September 2020 bei <em>Galerie Auslage<\/em> gezeigt. Frenzel hatte vor allem in den 1980er und 1990er Jahren Furore mit ihren Performances und diese repr\u00e4sentierenden Filmen und Fotografien gemacht. Verh\u00fcllen, sich Entziehen und dabei doch auf die B\u00fchne treten, sind zentrale Themen ihrer Performances. Wir nehmen dies als Ausgangspunkt unserer Reihe.<\/p>\r\n<p>Leman S. Dar\u0131c\u0131o\u011flu\u2019s Fokus ist die Erkundung der physischen und emotionalen Grenzen des menschlichen K\u00f6rpers durch Performancekunst. Ausgehend hiervon setzt sich Dar\u0131c\u0131o\u011flu in ihrer* k\u00fcnstlerischen Praxis mit hegemonialen politischen und gesellschaftlichen Konzepten und Normen auseinander, die von der Performancekunst bis hin zu zeit- und raumbasierten Disziplinen wie Video, Installation und \u00f6ffentlichen Interventionen reichen. F\u00fcr ihre* Installation und Live-Performance \u201eI plant my seeds in here\u201d kollaboriert Dar\u0131c\u0131o\u011flu mit der Queer-Ikone Jilet Sebahat (Razor Sebahat). In einer kritischen Bezugnahme auf Ulrike Ottingers Filme \u201eMadame X: An Absolute Ruler\u201d und \u201eTicket of No Return\u201d untersucht und verortet sie eine inklusive feministische Solidarit\u00e4t, die in der Kanto-Musiktradition verwurzelt ist. In Kooperation mit <a href=\"https:\/\/www.performistanbul.org\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Performistanbul<\/a> \r\n<\/p>\r\n<p>K\u00e4the Kruse bezieht sich in ihren aktuellen Arbeiten auf die objekthaften Produktionen der Gruppe \u201eDie T\u00f6dliche Doris\u201d \u2013 auf ihre Kost\u00fcme und Instrumente \u2013, die sie f\u00fcr das neue Jahrtausend transformiert. Jenseits der 1980er Jahre Nostalgie entstehen Artefakte, die alles reliquienhafte abstreifen und sich als Kunstwerke eigener Originalit\u00e4t pr\u00e4sentieren. Im Jahr 2013 verwandelte sie ihr Schlagzeug in ein lederbezogenes Objekt; in einer Performance erweckte Kruse, in ein h\u00e4ngendes, begehbares Lederkleid gewandt, wiederum das Schlagzeug \u2013 nur war nun der Klang transformiert.<\/p>\r\n<p>\r\nDie in Berlin lebende K\u00fcnstlerin P\u0131nar \u00d6\u011frenci hat einen Hintergrund im Feld der Architektur, der ihre poetischen und auf Erfahrungen bezogenen Videoarbeiten und Installationen beeinflusst. Hier werden die Spuren von \u201ematerieller Kultur\u201d im Zusammenhang mit erzwungener Vertreibung \u00fcber verschiedene Geografien hinweg verdichtet. Ihre Arbeiten sind dekoloniale und feministische Lesarten der \u00dcberschneidungen von sozialer, politischer und anthropologischer Forschung, allt\u00e4glichen Praktiken und menschlichen Geschichten. Sie verfolgen Agenten der Migration wie Krieg, staatliche Gewalt, kollektive Bewegungen sowie industrielle und st\u00e4dtische Entwicklungsprojekte. \u00d6\u011frenci ist Gr\u00fcnderin und Leiterin von \u201eMARSistanbul\u201d, einer Kunstinitiative, die 2010 ins Leben gerufen wurde. Sie war als Gastdozentin an der Universit\u00e4t L\u00fcneburg (2017-2018) und der Hochschule f\u00fcr K\u00fcnste Bremen (HFK, 2019) t\u00e4tig und unterrichtet derzeit im Masterstudiengang \u201eRaumstrategien\u201d an der Kunsthochschule Wei\u00dfensee Berlin. \u00d6\u011frenci drehte 2020 in Berlin ihren ersten Dokumentarfilm \u201eGurbet is a home now\u201d, der die st\u00e4dtebaulichen Prinzipien im Berlin der 1980er Jahre kritisch hinterfragt und die pers\u00f6nlichen Erfahrungen und die Solidarit\u00e4t der in Kreuzberg lebenden Migrant*innen und Gastarbeiter*innen in den Mittelpunkt stellt. In ihrem Film spielen die Gedichtzeilen des Dichters und Schauspielers Aras \u00d6ren eine wichtige Rolle. Und mit ihnen eine Aufarbeitung von Kreuzberger Geschichte, die bisher eher im Schatten geblieben ist. F\u00fcr ihre neue Arbeit in der <em>Galerie Auslage<\/em> in Kreuzberg wird sie an \u00e4hnlichen Konzepten weiterarbeiten und die Darstellung der Architektur Berlins und der Migrationsthematik in der Literatur erforschen.<\/p>\r\n<p>\r\nAnne Juds Performances bev\u00f6lkerten den West-Berliner Stadtraum der 1980er Jahre. Bei <em>Galerie Auslage<\/em> werden wir ihre Arbeit \u201eSommerpause\u201d (1980) pr\u00e4sentieren, in welcher sie 24 Stunden auf einem Sofa in einer Brache in der N\u00e4he des Potsdamer Platzes verbrachte, sich von Freund*innen besuchen und versorgen lies, und die Ereignisse in diesem Zeitraum dokumentierte.\r\n<\/p>\r\n<p>Mit Gabriele St\u00f6tzer ist eine K\u00fcnstlerin Teil unseres Programms deren Arbeit schwerpunktm\u00e4\u00dfig in Erfurt stattfand. Nach einer Zwangsexmatrikulation gefolgt von 12 Monaten politischer Haft, wurde sie Mitglied der Erfurter K\u00fcnstlerinnengruppe \u201eExterra XX\u201d, begann mit Film, Performance und Mode zu arbeiten und die (private) Galerie Im Flur zu leiten. Neben tempor\u00e4ren Aufenthalten in Berlin ver\u00f6ffentlichte sie auch in Untergrundpublikationen der Prenzlauer Berg Kunst- und Musikszene. Dabei blieb sie mit ihren feministischen und explizit politischen Performances und Videoarbeiten st\u00e4ndig im Visier der Staatssicherheit. Bei <em>Galerie Auslage<\/em> werden wir eine fr\u00fche Videoarbeit zeigen neben Fotografien von Cornelia Schleime, die eine ihrer Performances dokumentieren. \r\n<\/p>\r\n<p>Maria Kassabs k\u00fcnstlerischer Schwerpunkt liegt im Bereich Video und der Fotografie. Dabei verwendet sie h\u00e4ufig das Bild an sich als nacktes Material, welches sie mittels handwerklich\/technischer Manipulation mit einer neuen politischen Narration aufl\u00e4dt. F\u00fcr ihre Fotoarbeit bei <em>Galerie Auslage<\/em> wird sie auf Inszenierungen von Tabea Blumenschein und Claudia Skoda zur\u00fcckgreifen. \r\n<\/p>\r\n<p>Im September wird eine Serie von Veranstaltungen unsere Ausstellungsreihe flankieren. Geplant sind unter anderem Pr\u00e4sentationen mit Erin Honeycutt und Elisa R. Linn, sowie eine Vorf\u00fchrung von Ulrike Ottingers Film \u201eMadame X: Eine absolute Herrscherin\u201c (1977). \r\n<br><br>\r\nDie Ausstellungsreihe wird unterst\u00fctzt durch Mittel aus der Projektf\u00f6rderung des Bezirks Berlin Friedrichshain-Kreuzberg.<\/p>\r\n<div class=\"logos\"><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/galerie-auslage.de\/burdensomerichness\/wp-content\/themes\/v1.0\/assets\/icons\/BAFK_cmyk_weiss.png\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/galerie-auslage.de\/burdensomerichness\/wp-content\/themes\/v1.0\/assets\/icons\/senatsverwaltung_klein.jpg\" >\r\n<\/p><\/div><\/br>\r\n<p>Bitte beachtet die allgemeinen Covidregeln.<br>\r\nAbstand, Hygiene, Maske.<\/p>\r\n<p><a href=\"https:\/\/galerie-auslage.de\/burdensomerichness\/\/impressum\">Impressum<\/a> &#038; <a href=\"https:\/\/galerie-auslage.de\/burdensomerichness\/\/datenschutz\">Datenschutz<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin steht seit Jahrzehnten f\u00fcr das Versprechen eines freien, von k\u00fcnstlerischer Ambition gepr\u00e4gten Lebens. 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